altersarmut-blog

veröffentlicht am 17.07.2013von

Ab wann spricht man von Altersarmut?

Ganz allgemein spricht man von Altersarmut, wenn eine Person nicht über genügend Geld verfügt, um im Alter ihr Leben zu bestreiten. Nach einer Definition der OECD besteht dann ein Risiko im Alter in Armut zu leben, wenn das Einkommen niedriger ist als 60 % des mittleren Einkommens. Demnach zählt man bei einem Einkommen unter 952 € als armutsgefährdet. Die Höhe der Rente richtet sich danach, wie lange man Beiträge in die Rentenversicherung eingezahlt hat und wie hoch diese waren.

Gründe für Armut im Alter

Und hier liegt die Gefahr: Menschen, die beispielsweise von Arbeitslosigkeit betroffen waren, bekommen im Alter eine geringere Rente. Aber auch Eltern, deren Erwerbstätigkeit durch Phasen der Kindererziehung unterbrochen wurde, sammeln weniger Rentenansprüche und sind so dem Risiko einer geringeren Altersrente ausgesetzt. Zwar werden die Jahre der Kindererziehung bei der Berechnung der Rente berücksichtigt, dennoch sind besonders alleinerziehende Frauen gefährdet.

Ein weiteres Problem stellt der Ausbau des Niedriglohnsektors dar. In den vergangenen Jahren nahm der Anteil der Beschäftigten in diesem Bereich signifikant zu. Laut einer Studie des Instituts für Arbeit und Qualifikation, stieg die Anzahl der Beschäftigten im Niedriglohnbereich von 1995 bis 2010 um mehr als 2,3 Millionen und liegt damit bei nahezu einem Viertel aller Beschäftigten.

Diese Entwicklung ist fatal. Nach Aussage des Sozialpolitik-Experten Johannes Steffen ist es notwendig, 45 Jahre lang zu arbeiten und mindestens 1697 € im Monat zu verdienen, um im Alter eine Rente über Hartz IV Niveau zu erreichen. Die Angst vor der Altersarmut ist also nicht unberechtigt. Diese Einschätzung teilten 86 Prozent der deutschen Haushalte, die in einer Umfrage des Munic Center for the Economics of Aging aus dem Jahr 2012 angaben, dass sie in den nächsten 20 Jahren eher mit einer Zunahme der Altersarmut rechnen als mit einer Abnahme.

Mögliche Lösungen

Zur Minderung des Risikos im Alter zu verarmen, gibt es verschiedene Lösungsvorschläge: Zur Vorbeugung ist besonders eine gute Bildung hilfreich, da dadurch das Risiko von Arbeitslosigkeit und niedrigem Lohn reduziert wird. Investitionen von Seiten des Staates in den Bildungsapparat sind also auf lange Sicht ein guter Weg.

Außerdem kann die Einrichtung von Krippenplätzen und Ganztagsschulen Eltern dabei unterstützen, schneller wieder eine Beschäftigung aufzunehmen. Die Präsidentin des Sozialverbandes VdK kritisiert die von der Regierung geplante Absenkung des Rentenniveaus von derzeit 51% auf 43% bis zum Jahr 2030. Diese Maßnahme würde nur noch mehr Menschen im Alter in die Armut treiben.

Stattdessen sollte, wie die IG Metall betont, lieber gegen die von den Unternehmen gezahlten Niedriglöhne vorgegangen werden. Denn nur wenn die Löhne ein angemessenes Niveau erreichen, kann im Alter ein Leben ohne Armut geführt werden.

Gewerkschaften und Betriebsräte müssen hier an einem Strang ziehen. Im Rahmen der Mitbestimmungsrechte zu den personellen Einzelmaßnahmen, aber auch an vielen anderen Stellen gibt es auch für Betriebsräte Einflussmöglichkeiten. Diese sollten genutzt werden.

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