arbeitsrechtliche konsequenzen weihnachtsfeier

veröffentlicht am 12.12.2013 von

Alle Jahre wieder finden zu dieser Zeit in den meisten Betrieben die Weihnachtsfeiern statt. Aus vielen Praxisfällen geht hervor, dass derartige Betriebsfeiern oftmals Schauplatz für peinliche Ausrutscher sind. Um ein böses Nachspiel mit den Arbeitskollegen oder dem Arbeitgeber zu vermeiden, erscheint es daher geboten, Mitarbeiter darüber aufzuklären, was erlaubt ist, und was man im Zweifel besser sein lassen sollte.

Besteht eine Pflicht zur Teilnahme an der Weihnachtsfeier?

Wenn trübe Stimmung im Betrieb herrscht, kommt es vor, dass der ein oder andere Mitarbeiter wenig Lust hat, an der Weihnachtsfeier teilzunehmen. Fraglich in diesem Zusammenhang ist daher, ob überhaupt eine Pflicht zur Teilnahme an der Feier besteht. Eine gesetzliche Regelung zur Teilnahme an Betriebsfeiern gibt es nicht. Die Teilnahme an der Weihnachtsfeier ist freiwillig. Wenn die Feier während der regulären Arbeitszeit stattfindet, muss der Arbeitgeber die Teilnehmer für die Zeit von ihrer Arbeit freistellen. Wer jedoch nicht an der Feier teilnehmen möchte, muss seine normalen arbeitsvertraglichen Verpflichtungen erfüllen und arbeiten.

Findet die Feier außerhalb der Arbeitszeit, also nach Feierabend statt, so ist es grundsätzlich Sache des Arbeitnehmers, sein „Privatvergnügen“ frei zu bestimmen. Prinzipiell ist eine Teilnahme empfehlenswert, da damit das Interesse am Betrieb signalisiert wird. Außerdem ist es eine sehr gute Möglichkeit, das Arbeitsklima und den Zusammenhalt im Team zu verbessern. Weiterhin ist die Weihnachtsfeier eine gute Gelegenheit dafür, die Kollegen auch einmal von ihrer privaten Seite besser kennenzulernen.

Alkohol während der Weihnachtsfeier?

Wer sich nur schlecht an die letzte Weihnachtsfeier mit seinen Kollegen und Vorgesetzten erinnern kann, sollte sich dieses Mal vor übermäßigem Alkoholgenuss besser fernhalten, denn es kann gegebenenfalls rechtliche Konsequenzen mit sich bringen. Grundsätzlich ist darauf zu achten, dass sich der Alkoholkonsum im Rahmen hält und andere Personen dadurch nicht beeinträchtigt werden.

Auch wenn während der Feierlichkeit eine feucht fröhliche Stimmung herrscht und die Verlockung groß ist, müssen stets die arbeitsvertraglichen Nebenpflichten eingehalten werden. Dies bedeutet, dass abfällige Bemerkungen, Beleidigungen oder Belästigungen der Kollegen oder Vorgesetzten nicht erlaubt sind. Wer sich nicht daran hält, riskiert im Zweifelsfall eine verhaltensbedingte, in schweren Fällen sogar eine fristlose Kündigung. So hat beispielsweise das Landesarbeitsgericht in Hamm (Urteil vom 30.06.2004 – Az: 18 Sa 836/04) entschieden, dass eine geäußerte grobe Beleidigung auf einer Betriebsfeier außerhalb der Arbeitszeit einen erheblichen Verstoß des Arbeitnehmers gegen seine Pflichten aus dem Arbeitsverhältnis darstellt und eine außerordentliche fristlose Kündigung rechtfertigt.

Weiterhin ist auch dann eine fristlose Kündigung möglich, wenn der Angestellte unter Alkoholeinfluss eine Prügelei mit seinem Chef beginnt. Auch sexuelle Belästigungen können eine Abmahnung, Kündigung oder auch strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen.

Weihnachtsgeschenke

Verteilt der Arbeitgeber auf der Weihnachtsfeier persönliche Geschenke an seine Mitarbeiter, so kann es passieren, dass nicht anwesende Personen leer ausgehen. So erging es auch einigen Mitarbeitern eines Handelsunternehmens. Das Unternehmen veranstaltete im Jahr 2012 eine Weihnachtsfeier. Von den ca. 100 Mitarbeitern waren insgesamt 75 Arbeitnehmern anwesend. Als Weihnachtsgeschenk wurde den dort anwesenden Teilnehmern ein iPad im Wert von je 400 Euro geschenkt. Eine Ankündigung des Geschenks erfolgte im Vorfeld der Weihnachtsfeier nicht. Die Arbeitnehmer, die an der Feier nicht teilnahmen, gingen alle leer aus. Einer der Abwesenden, der wegen krankheitsbedingter Arbeitsunfähigkeit fehlte, wollte auch ein iPad haben und klagte – ohne Erfolg.

Das Arbeitsgericht Köln (Urteil vom 18.10.2013 – 3 Ca 1819/13) wies die Klage ab, denn wer an der Veranstaltung nicht teilgenommen und kein Geschenk bekommen hat, der kann es auch später nicht nachfordern. Der Arbeitgeber wolle mit diesem Geschenk die Attraktivität von Betriebsfeiern für die Mitarbeiter steigern und nahm an, dass dadurch die Mitarbeiter in Zukunft an betrieblichen Feiern in einem größeren Umfang als bisher teilnehmen.

Fazit:

Auf Weihnachtsfeiern befindet man sich trotz der feierlichen Stimmung weiterhin in einem geschäftlichen Umfeld. Daher ist es ratsam, dass man sich auch dementsprechend verhält.
Die Anwesenheit außerhalb der Arbeitszeit ist rechtlich gesehen zwar keine Pflicht, aber es macht in der Regel keinen guten Eindruck, wenn man ohne Grund nicht erscheint. Die Teilnahme hingegen signalisiert das Interesse am Beisammensein mit dem Team. Außerdem kann dadurch eine positive Basis für das nächste Jahr geschaffen werden.