Facebook darf keine Daten von WhatsApp nutzen

veröffentlicht am 29.09.2016von

Dank des Hamburger Datenschutzbeauftragten Johannes Caspar ist es Facebook ab sofort untersagt, Daten deutscher WhatsApp-User zu nutzen. Bereits übermittelte Daten sind zu löschen, so die Datenschutzbehörde.

Beim Kauf von WhatsApp durch Facebook 2014 hieß es offiziell noch, dass zukünftig keine Nutzerdaten zwischen den beiden eigenständigen Unternehmen ausgetauscht werden sollen. Nun ist bekannt geworden, dass der Mutterkonzern Facebook – zur Irritation aller – die Telefonnummern der WhatsApp-Nutzer erhält. Zudem sollen Informationen darüber geteilt werden, wie häufig der Kurzmitteilungsdienst genutzt wird.

Der Hamburger Datenschutzbeauftragte stellt in seiner Anordnung klar, dass der Datenaustausch zwischen WhatsApp und Facebook gegen deutsches Datenschutzrecht verstößt. Da Facebook die Daten deutscher Nutzer in Hamburg verarbeite, sei das Bundesdatenschutzgesetz zu beachten. Danach benötige Facebook entweder eine wirksame Einwilligung der bundesweit etwa 35 Millionen WhatsApp-Nutzer, oder eine nationale Rechtsgrundlage für den Datenaustausch. Keines von beiden sei jedoch gegeben. Sollte Facebook der Anordnung nicht Folge leisten, könnte die Hamburger Behörde Bußgelder gegen das Online-Netzwerk verhängen.

Facebook selbst reagiert auf die Anordnung mit Kooperationsbereitschaft. Ihrer Ansicht nach befolge das Unternehmen das EU-Datenschutzrecht. Man sei gerne bereit mit dem Hamburger Datenschützer zusammen zu arbeiten, wolle aber gleichzeitig gegen die Entscheidung vorgehen. Eine endgültige Klärung ist noch nicht in Sicht.

Näheres zur weiteren Entwicklung erfahren wir am 15. November 2016 von Facebook-Schreck Maximilian Schrems im Rahmen des BR-Datenschutztages.