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veröffentlicht am 04.11.2013 von

Grippewelle: Bettruhe oder Erholungsurlaub?

Winterzeit ist Grippezeit. Mit Beginn der kalten Jahreszeit haben Schnupfen, Husten, Gliederschmerzen und Fieber wieder Hochsaison. Vielen Betroffenen bleibt dabei oft nichts anderes übrig als sich bei ihrem Arbeitgeber krank zu melden. Doch unabhängig davon, ob man wegen einer Grippe oder einer anderen Krankheit mit einem ärztlichen Attest zu Hause bleibt, stellt sich häufig die Frage, ob die klassische Bettruhe eingehalten werden muss oder ob Freizeitaktivitäten erlaubt sind.

Wichtiges zur Krankmeldung und Krankschreibung

Die Krankmeldung ist von der Krankschreibung zu unterscheiden. Zunächst ist ein Arbeitnehmer dazu verpflichtet, die Krankmeldung dem Arbeitgeber unverzüglich mitzuteilen, d.h. sie muss bereits bei Dienstbeginn vorliegen. Das ärztliche Attest muss dem Unternehmen spätestens am vierten Tag der Erkrankung eingereicht werden. Gezählt werden dabei alle Kalendertage – nicht die Arbeitstage. Wer also wegen Krankheit am Freitag nicht zur Arbeit kommt, muss dem Arbeitgeber bereits am Montag die Krankmeldung einreichen.

Allerdings ist zu beachten, dass in manchen Arbeitsverträgen eine verkürzte Frist vorliegt. Es ist also durchaus möglich, dass eine Attest-Pflicht bereits ab dem ersten Krankheitstag besteht. Wenn diesen arbeitsrechtlichen Pflichten nicht Folge geleistet wird, kann eine Abmahnung oder die Kündigung drohen. Der Arbeitnehmer ist jedoch nicht verpflichtet, Rechenschaft über die Krankheit abzulegen, denn die Art der Erkrankung muss der Arbeitgeber nicht erfahren. Bekannt wird lediglich die voraussichtliche Dauer der Erkrankung. Ist der Mitarbeiter länger krank, muss eine Folgebescheinigung eingereicht werden.

Für den Fall, dass jemand während des Urlaubs krank wird, muss dafür gesorgt werden, dass ein Arzt aufgesucht und das Attest an den Arbeitgeber weitergeleitet wird. Nicht zu vergessen ist, dass auch die Krankenkasse darüber informiert wird.

Aktivitäten während der Krankschreibung

Grundsätzlich kann während der Arbeitsunfähigkeit allen Tätigkeiten nachgegangen werden, die einer Genesung nicht im Wege stehen. Wichtig dabei ist, dass der Heilungsprozess durch ein bestimmtes Verhalten bzw. eine Aktivität nicht erschwert und verzögert wird. Wer sich hingegen seiner Krankheit angemessen verhält, kann nichts falsch machen.

Die Frage, ob bei einer Krankschreibung die klassische Bettruhe eingehalten werden muss, hängt natürlich vom Einzelfall und von Art sowie Schwere der Erkrankung ab. So kann es beispielsweise bei einer Depression fördernd sein, spazieren zu gehen und Sport zu treiben. Ist der Mitarbeiter hingegen an einem Bandscheibenvorfall erkrankt, so sollten beispielsweise keine Gartenarbeiten getätigt werden.

Entscheidend ist, dass der Betroffene sich während seiner Arbeitsunfähigkeit schont um schnellstmöglich wieder gesund zu werden. Grundsätzlich sind alltägliche Dinge, wie der Einkauf von Lebensmitteln oder ein kurzer Spaziergang an der frischen Luft erlaubt – es sei denn, der Arzt verordnet absolute Bettruhe. Ferner ist eine Fahrt in den Urlaub trotz Krankheit nicht ausgeschlossen. Maßgeblich hierfür sind die vorherige Genehmigung des Urlaubs und die ärztliche Bestätigung, dass die Reise medizinisch nicht schadet.

Fazit

Wer trotz Krankheit zur Arbeit geht, schadet im Zweifel seiner Firma mehr als mit einer Krankmeldung. Denn das Risiko, die restliche Abteilung anzustecken, ist groß. Der krankheitsbedingte Ausfall mehrerer Mitarbeiter würde dem Unternehmen jedoch erheblicher schaden, als der eines einzelnen Mitarbeiters.

Außerdem verursachen kranke Mitarbeiter häufiger Unfälle und sind nur begrenzt einsatzfähig. Zudem dauert der Heilungsprozess der Krankheit wesentlich länger und die Wahrscheinlichkeit, dass die Krankheit einen chronischen Verlauf nimmt, ist hoch. Wenn der Arbeitnehmer jedoch eine krankheitsbedingte Kündigung erhält, sollte auf jeden Fall gehandelt werden, denn eine Kündigungsschutzklage muss drei Wochen nach Erhalt der Kündigung eingereicht werden.